Ihre Möglichkeiten

Wer sich in Rheinland-Pfalz niederlassen will, hat viele Möglichkeiten. Ganz individuell können Sie genau das Modell für sich auswählen, das am besten zu Ihnen passt. Gestalten Sie unter Berücksichtigung der gegebenen Rahmenbedingungen die Niederlassung nach Ihren Wünschen. Arbeiten Sie lieber in der Einzelpraxis oder eng im Team mit Kollegen? Möchten Sie sich selbstständig machen oder schwebt Ihnen eine Anstellung vor? Verwirklichen Sie Ihre Vorstellungen und schreiben Sie Ihre ganz persönliche Erfolgsgeschichte. Ihre Möglichkeiten im Überblick ...

  • Einzelpraxis

    Medizinische, wirtschaftliche und organisatorische Unabhängigkeit

    In Ihrer eigenen Praxis können Sie Ihre ganz persönlichen Vorstellungen verwirklichen – und zwar in jeder Hinsicht. Schließlich sind Sie hier der Chef. Völlig eigenständig legen Sie Ihre Sprechzeiten und Ihre medizinischen Arbeitsschwerpunkte fest, genauso wie die organisatorischen Abläufe und Ihren Urlaub. Mit einem halben Versorgungsauftrag, der sogenannten Teilzulassung, können Sie, wenn Sie wollen, außerdem in Teilzeit arbeiten. Mit Kollegen müssen Sie sich nur dann absprechen, wenn Sie für den Fall Ihrer Abwesenheit eine Vertretung benötigen.

    Als alleiniger Praxisinhaber sind Sie wirtschaftlich unabhängig, tragen aber auch die nicht unerheblichen Kosten für Personal, Räumlichkeiten und Geräte alleine, ebenso wie das unternehmerische Risiko. Einzelpraxis muss jedoch nicht Einzelkampf bedeuten. Als niedergelassener Arzt können Sie sich mit Kollegen auch organisatorisch zusammenschließen sowie fachlich und persönlich austauschen – etwa in einer Praxisgemeinschaft oder in einem Ärzte- beziehungsweise Praxisnetz.

  • Praxisgemeinschaft

    Getrennte Abrechnung, getrennter Patientenstamm, gemeinsame Nutzung von Ressourcen

    Ressourcen gemeinsam nutzen, aber medizinisch und wirtschaftlich eigenständig arbeiten: Das sind die Vorteile einer Praxisgemeinschaft. Sie schließen sich mit einem oder mehreren Ärzten zusammen, wahlweise mit solchen gleicher oder unterschiedlicher Fachrichtung, und nutzen zum Beispiel Praxisräume, medizinische Geräte und Personal gemeinsam. Sie teilen sich die Kosten bei gleichzeitiger effektiver Auslastung der vorhandenen Infrastruktur. Investitionen tätigen Sie gemeinschaftlich. Großer Pluspunkt: Sie können sich direkt fachlich mit Kollegen austauschen.

    Die Arbeitsteilung in der Praxisgemeinschaft ist flexibel handhabbar, auch von Verwaltungsaufgaben können sich die Partner gegenseitig entlasten. Und: Gehören Ihre Kollegen der gleichen Fachrichtung an, ist zusätzlich eine gegenseitige Vertretung möglich. Medizinisch und wirtschaftlich arbeiten Sie völlig unabhängig, denn in der Praxisgemeinschaft hat jeder Arzt seinen eigenen Patientenstamm und legt selbst seine Schwerpunkte fest. Auch abgerechnet wird getrennt.

    Wie die Praxisgemeinschaft ist das sogenannte Ärzte- oder Praxisnetz ebenfalls eine eher lose Kooperationsform: Sie schließen sich mit Kollegen zusammen, zum Beispiel um gemeinsam die Versorgung der Patienten vor Ort zu verbessern – durch aufeinander abgestimmte Behandlungskonzepte, eine optimierte Kommunikation und den kollegialen Erfahrungsaustausch. Auch hier bleiben Sie eigenständig.

  • Gemeinschaftspraxis

    Gemeinsame Abrechnung, gemeinsamer Patientenstamm – eigenverantwortliches Arbeiten

    Die Gemeinschaftspraxis wird in der Verwaltungssprache Berufsausübungsgemeinschaft (BAG) genannt. Hier arbeiten Sie mit Ärzten gleicher oder verschiedener Fachrichtungen zusammen. Sie teilen sich mit Ihren Kollegen nicht nur die Räumlichkeiten, die medizinischen Geräte und das Personal, sondern Sie behandeln Ihre Patienten auch gemeinsam, haben also denselben Patientenstamm. Die Kosten und ebenso die Gewinne und die Verluste werden gesplittet. Die Haftung erfolgt gemeinschaftlich. Durch die gemeinsame Infrastruktur können Sie diese ideal auslasten. Sie und Ihre Kollegen bilden eine wirtschaftliche und organisatorische Einheit und rechnen Ihre Leistungen gemeinsam ab, dennoch arbeitet jeder Partner eigenverantwortlich und medizinisch unabhängig. Eine BAG können Sie an einem Ort oder überörtlich betreiben.

    Ein großer Vorteil einer BAG ist die Zeitersparnis, die Sie durch die gemeinsame Praxisverwaltung erzielen. Zum Beispiel muss die Abrechnung für die gesamte Praxis nur einmal erstellt werden. Auch die flexible Zeit- und Arbeitseinteilung spricht für diese Kooperationsform, vor allem dann, wenn Sie die Behandlungsräume nur vormittags und einer Ihrer Partner diese nur nachmittags nutzen möchte. Anwesenheit und Zusammenarbeit können Sie optimal und je nach Bedarf aufeinander abstimmen – ebenso wie Ihr Leistungsangebot. Mit Kollegen der gleichen Fachrichtung können Sie leicht Ihre Sprechzeiten koordinieren. Zudem können diese für Sie als Vertreter einspringen. Hinzu kommt für alle der direkte fachliche Austausch, der die Qualität in der Praxis nachhaltig fördert.

    Wenn Sie und andere Kollegen unterschiedliche Teilleistungen anbieten wollen, können Sie sich in einer sogenannten Teil-BAG zusammenschließen. Ziel dieser Kooperationsform ist es, eine bessere und schnellere Diagnostik sowie eine aufeinander abgestimmte, zielgenaue Behandlung spezifischer Krankheiten zu erwirken.

  • Medizinisches Versorgungszentrum

    Gemeinsame Abrechnung, gemeinsamer Patientenstamm – eigenverantwortliches Arbeiten

    Eine besondere Form der Gemeinschaftspraxis beziehungsweise der Berufsausübungsgemeinschaft (BAG) ist das Medizinische Versorgungszentrum (MVZ). Ein MVZ ist eine fachgleiche oder interdisziplinäre Einrichtung unter ärztlicher Leitung, unter deren Dach Ärzte mit verschiedenen Facharzt- oder Schwerpunktbezeichnungen arbeiten – dies mit dem Ziel, an einem Ort eine strukturierte, patientenorientierte Versorgung aus einer Hand anzubieten. Im MVZ teilen Sie sich mit Ihren Kollegen die Ressourcen wie Räume, medizinische Geräte und das Personal, haben einen gemeinsamen Patientenstamm und rechnen gemeinsam ab.

    In einem MVZ können Sie als Freiberufler oder als Angestellter arbeiten. Welche Möglichkeiten sich Ihnen jeweils vor Ort bieten, hängt davon ab, wie das MVZ Ihrer Wahl organisiert ist. Manche Einrichtungen setzen ausschließlich auf Freiberufler, andere stellen nur an und wiederum andere favorisieren eine Mischform.

    Die Tätigkeit in einem MVZ kann für Sie dann interessant sein, wenn Sie auf geregelte Arbeitszeiten oder eine flexible Abstimmung von Sprechstunden angewiesen sind, zum Beispiel weil Sie Familie und Beruf unter einen Hut bringen müssen. Sind weitere Ärzte Ihrer Fachrichtung tätig, können Sie sich unkompliziert in Sachen Vertretung arrangieren. In größeren MVZ sind Sie oft von Verwaltungsaufgaben entlastet. Gut für Sie auch: Der direkte fachliche Austausch ist immer gegeben.

  • Job-Sharing-Praxis

    Mehr Flexibilität durch Kooperation mit einem bereits niedergelassenen Arzt

    Mit dem Job-Sharing können Sie sich in einem Bereich niederlassen, der eigentlich für Neuzulassungen gesperrt ist – nämlich dann, wenn Sie mit einem bereits zugelassenen Kollegen kooperieren. Als Job-Sharer können Sie dessen Arbeitszeit gewissermaßen auf Ihrer beider Schultern verteilen. Die Voraussetzung hierfür ist allerdings, dass Sie und Ihr Kollege der gleichen Fachrichtung angehören. Außerdem wichtig: Das Leistungsvolumen der Praxis darf durch die Zusammenarbeit nicht wesentlich ausgeweitet werden. Da Sie den Versorgungsauftrag gemeinsam wahrnehmen, können Sie Ihre An- und Abwesenheiten flexibel aufeinander abstimmen. Wichtig ist nur, dass die Patientenversorgung durch einen von Ihnen gewährleistet bleibt. Auch der fachliche Austausch ist unkompliziert möglich. Ebenso ist die gemeinsame Nutzung von Räumen, medizinischen Geräten und Personal für Sie von Vorteil. Als neu hinzugekommener Partner greifen Sie auf eine vorhandene und funktionierende Infrastruktur zurück, müssen also zunächst keine Investitionen tätigen.

    Diese Kooperationsform kann für Sie insbesondere dann interessant sein, wenn Sie Ihre Arbeitszeit flexibel gestalten möchten. In Absprache mit Ihrem Partner können Sie Ihre Stunden einschränken oder ausweiten. Das Job-Sharing kann Ihnen aber auch eine gute Ausgangsbasis bieten, wenn Ihr Partner in absehbarer Zeit ausscheiden will. Denn sollten Sie die Praxis als Nachfolger übernehmen wollen, werden Sie als bisheriger Job-Sharing-Kollege bei der Vergabe bevorzugt berücksichtigt.

  • Anstellung

    Sicheres Gehalt, kein Risiko

    Wenn Sie sich als Arzt niederlassen möchten, müssen Sie sich nicht unbedingt selbstständig machen. Sie können sich auch erst einmal in einer Praxis oder in einem Medizinischen Versorgungszentrum (MVZ) anstellen lassen. Der Schritt in die Selbstständigkeit ist für Sie später weiterhin möglich.

    Sie entscheiden, ob Sie als Angestellter in Vollzeit oder aber in Teilzeit arbeiten. Auch nur wenige Arbeitsstunden in der Woche sind in der Regel kein Problem. Vorgaben für die Verteilung der Fachgruppen gibt es nicht: Sie können der gleichen oder aber einer anderen Fachgruppe angehören als Ihr Arbeitgeber.

    Als Angestellter nutzen Sie die vorhandenen Ressourcen wie Räume, medizinische Geräte und Personal. Die Abrechnung erledigen Sie gemeinschaftlich. Die Vorteile eines solchen sanften Einstiegs in die ambulante medizinische Versorgung liegen auf der Hand: Sie arbeiten zu festen Zeiten und beziehen ein festes Gehalt. Hinzu kommt: Sie tragen keinerlei wirtschaftliches Risiko und müssen auch keine Investitionen tätigen. Beruf und Familie lassen sich hervorragend vereinbaren, weil Sie die Anzahl Ihrer Wochenstunden auf Ihre individuellen Bedürfnisse hin anpassen können.

    Video | Anstellung als Alternative zur eigenen Praxis

  • Teilzulassung

    Halbe Pflichtstundenzahl – Möglichkeit zum Kombinieren von Anstellung und Selbstständigkeit

    Auch Selbstständigkeit ist in Teilzeit möglich. Die Teilzulassung bietet Ihnen die Möglichkeit, halbtags als Angestellter in einer Praxis, einem Medizinischen Versorgungszentrum (MVZ) oder in einem Krankenhaus zu arbeiten und die übrige Zeit freiberuflich in Ihrer eigenen Praxis tätig zu sein. Oder Sie beschränken sich auf die Teilzulassung und haben mehr Zeit für Familie und Hobbys.

    Es gilt: Mindestens zehn Stunden in der Woche müssen Sie in Ihrer Praxis präsent sein. Gut zu wissen: Eine Teilzulassung kann nicht jederzeit in eine volle Zulassung umgewandelt werden, beispielsweise dann, wenn der jeweilige Planungsbereich gerade gesperrt ist.

  • Video | Ärztliche Kooperationen