Beruf und Freizeit

Die Vereinbarkeit von Beruf und Freizeit – und hier vor allem von Beruf und Familie – hat für viele einen hohen Stellenwert. Als niedergelassener Arzt haben Sie ideale Möglichkeiten, Ihre individuelle Work-Life-Balance zu verwirklichen, – darunter so familienfreundliche Modelle wie die Praxisgemeinschaft, die Gemeinschaftspraxis, das Job-Sharing oder die Teilzulassung.

Mit der Behandlung Ihrer Patienten in der Praxis verbringen Sie den größten Teil Ihrer ärztlichen Arbeitszeit. Bisweilen kommen Hausbesuche, Ärztliche Bereitschaftsdienste, Fortbildungen oder die Teilnahme an Qualitätszirkeln hinzu. Rund 15 Prozent entfallen außerdem auf Verwaltungstätigkeiten. Sie entscheiden, wie viele Stunden Sie insgesamt in Ihr Berufsleben investieren. Als niedergelassener Arzt stehen Ihnen ganz einfach zahlreiche Wege offen, um in Vollzeit oder auch in Teilzeit tätig zu sein.

Arbeits- und Sprechzeiten

Ihre Sprechzeiten legen Sie selbst fest – zu beachten ist nur, dass Sie bei einem vollen Versorgungsauftrag mindestens 20 und bei einem hälftigen Versorgungsauftrag mindestens zehn Sprechstunden in der Woche anbieten. Auch eine tägliche Sprechstunde sollten Sie vorhalten.

Zeitlich flexibel sind Sie ebenfalls in Sachen Ärztlicher Bereitschaftsdienst: Zwar ist die Teilnahme für jeden niedergelassenen Arzt auch in Rheinland-Pfalz Pflicht, doch können Sie Ihre Dienste in der Regel so planen, dass Sie nur an solchen Tagen tätig sind, die in Ihren Terminkalender passen. Das heißt auch: Wochenend- und Nachtdienste müssen nicht sein. Selbstverständlich wird jeder Einsatz vergütet. Gut zu wissen: Die Planung Ihrer Dienste ist in Rheinland-Pfalz ganz einfach online möglich – und auch kurzfristig Dienste zu tauschen, ist kein Problem.

Urlaub, Krankheit, Elternzeit

Wenn Sie Urlaub machen oder selbst einmal krank werden, können Sie sich von einem Vertragsarzt Ihrer Fachrichtung vertreten lassen – und zwar innerhalb von zwölf Monaten bis zu einer Gesamtzeit von drei Monaten. Gerechnet wird dabei ab dem Zeitpunkt der letzten Vertretung. Längere Vertretungen sind im Einzelfall erlaubt, doch müssen sie genehmigt werden, um die ärztliche Versorgung vor Ort zuverlässig sicherzustellen.

Und wenn Nachwuchs kommt, können Sie als niedergelassene Ärztin insgesamt 36 Monate lang in Elternzeit gehen. Dabei müssen Sie diese Zeit nicht unbedingt zusammenhängend nehmen, sondern können sie bei Bedarf auch staffeln – und zwar unabhängig vom Alter des Kindes. Erst wenn Ihr Kind das 18. Lebensjahr vollendet hat, verfällt der Anspruch. Direkt nach der Geburt können Sie sich bis zu einem Jahr lang in Ihrer Praxis vertreten lassen.

Sofern Sie möchten, kann Ihre Zulassung  in der Elternzeit ruhen. Auch ein hälftiges Ruhen ist möglich – in diesem Fall muss die Praxis dann nur zehn statt der vorgeschriebenen 20 Sprechstunden in der Woche anbieten. In der Erziehungszeit können Sie außerdem einen sogenannten Entlastungsassistenten beantragen, der insgesamt bis zu 36 Monate lang einen Teil der Aufgaben übernimmt. Den Wiedereinstieg ins Arbeitsleben können Sie also ganz individuell gestalten, ohne dass die Auszeit wie in anderen Berufen zur Karrierebremse wird. Übrigens gelten die genannten Regelungen auch für Väter.

Arbeitszeitreduzierung

Wenn Sie Ihre Arbeitszeit längerfristig reduzieren möchten, können Sie zum Beispiel einen Arzt in Teil- oder in Vollzeit einstellen. In einem gesperrten Planungsbereich gibt es auch die Möglichkeit des Job-Sharings. Die Anstellungs- bzw. Job-Sharing-Zulassung muss dann beim Zulassungsausschuss beantragt werden.