Wirtschaftliche Aspekte

Wer sich selbstständig macht, muss seine Zahlen im Blick haben. Es ist sinnvoll, dass Sie als Praxisinhaber über gewisse BWL-Kenntnisse verfügen, denn Sie müssen sich in dieser Funktion mit Kosten, Erträgen und anderen betriebswirtschaftlichen Größen beschäftigen. Generell gilt: Als Praxisinhaber sind Sie nicht nur Arzt, sondern auch Unternehmer. Und als solcher tragen Sie die unternehmerische Verantwortung für sich ebenso wie für Ihre Mitarbeiter. Die gute Nachricht: Sie benötigen kein BWL-Studium, um eine eigene Praxis zu eröffnen – dies auch, weil wir, die KV RLP, Sie in Rheinland-Pfalz von Anfang an kompetent unterstützen.

Unternehmen Praxis

Den Schritt in die Selbstständigkeit sollten Sie dennoch nicht unterschätzen – zumal in der Regel gleich zu Anfang größere Anschaffungs- und Investitionskosten auf Sie zukommen. Eine kleinere Praxis können Sie mit etwas Glück für einen fünfstelligen Geldbetrag erwerben. Für eine größere Apparatepraxis fallen schnell einmal Kosten im sechsstelligen Bereich an. Den Preis beeinflussen mehrere Aspekte, darunter auch die Gewinnsituation, die Ausstattung und die Lage der Praxis.

Bevor Sie also in der eigenen Praxis loslegen, sollten Sie sich informieren und beraten  lassen. In Rheinland-Pfalz helfen wir Ihnen bei der Eröffnung oder der Übernahme einer Praxis – zum Beispiel mit einer betriebswirtschaftlichen Liquiditätsprognose, einem Praxis-Check, dem Erstellen eines Businessplans oder einfach beim Zusammenstellen aller für eine Finanzierung notwendigen Unterlagen.

Einkommen

Doch wie steht es um Ihren Verdienst in der eigenen Praxis? Wer heute als niedergelassener Arzt tätig wird, hat sehr gute Chancen auf ein attraktives Einkommen. Grundsätzlich lassen sich die Verdienstmöglichkeiten mit denen im Krankenhaus vergleichen. Das gilt schon in der Weiterbildung: In der Facharztausbildung Allgemeinmedizin werden Praxisinhaber beispielsweise mit einem monatlichen Zuschuss von 4.800 Euro unterstützt, damit sie Ärzten in Weiterbildung ein angemessenes Gehalt zahlen können.

Später orientiert sich das mittlere Einkommen eines niedergelassenen Arztes, das er durch die Behandlung von gesetzlich krankenversicherten Patienten erzielt, an einem Oberarztgehalt. Natürlich sind das nur Durchschnittswerte. Wie bei jedem Freiberufler hängt der tatsächliche Verdienst von verschiedenen Faktoren ab, wie etwa der Organisation, dem Arbeitsaufwand oder in Ihrem Fall auch der Patientenstruktur. Die Durchschnittswerte können aber durchaus als Richtwert dienen.

Durchschnittswerte

Nach Daten des Statistischen Bundesamts (2011) liegt der jährliche Reinertrag eines niedergelassenen Haus- oder Facharztes in Deutschland bei 166.000 Euro. Allerdings ist der Reinertrag nicht mit dem betriebswirtschaftlichen Gewinn der Praxis gleichzusetzen, da zum Beispiel Versicherungsbeiträge, Finanzierungskosten für Investitionen und Einkommenssteuern bei der Praxisübernahme nicht berücksichtigt sind. Abgeleitet ergibt sich vor diesem Hintergrund ein ungefähres jährliches Nettoeinkommen von rund 70.000 bis 90.000 Euro.

Da es sich bei der ärztlichen Niederlassung um eine selbstständige Tätigkeit handelt, lassen sich kaum genauere Angaben zum erwarteten Nettoeinkommen machen. So sind allein die Kosten für die Krankenversicherung oder die Altersvorsorge individuell unterschiedlich und können nur schwer exakt beziffert werden. Klar ist außerdem: Das Einkommen hängt entscheidend von der Praxisführung und dem eigenen unternehmerischen Geschick ab.

Zi-Praxis-Panel

Gute Anhaltspunkte für eine erste Orientierung liefert das Zi-Praxis-Panel. Hinter "Zi" steht das Zentralinstitut für die kassenärztliche Versorgung. Jedes Jahr erhebt es bei tausenden niedergelassenen Ärzten die reale Umsatz- und Kostensituation.

Video | Zi-Praxis-Panel

Honorar

Viele Hintergrundinformationen zum Thema Honorar bietet die KBV auf ihrer Website. Unter anderem erfahren Sie dort, wie genau das Honorar verteilt und berechnet wird und in welchem Verhältnis Honorar und Nettoeinkommen zueinander stehen

Video | So werden die Honorare der Niedergelassenen berechnet – erklärt in 300 Sekunden

Abrechnung

Gut für Sie: All jene Leistungen, die Sie im Rahmen der gesetzlichen Krankenversicherung erbringen, müssen Sie nicht jeder einzelnen Krankenkasse in Rechnung stellen. Diese Aufgabe übernehmen in Rheinland-Pfalz wir für Sie. Sie reichen Ihre Abrechnung einmal im Quartal bei uns ein und erhalten dann Ihr Honorar, das wir nach Prüfung Ihrer Abrechnungsdaten und anhand von Vorgaben für Sie berechnen. Damit Sie jedoch auch als Selbstständiger ein regelmäßiges Einkommen haben, bekommen Sie jeden Monat von uns einen bestimmten Betrag als Vorauszahlung. Die Höhe richtet sich nach dem zu erwartenden Quartalsumsatz. Über Leistungen für privat versicherte Patienten oder Selbstzahler erstellen Sie entweder selbst eine Rechnung nach der Gebührenordnung für Ärzte oder Sie rechnen diese komfortabel über eine privatärztliche Verrechnungsstelle ab.